Kategorie: Archiv

Finanzdelegation (FD); Wahl für das Jahr 2013

Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 28.02.2013

Als Fraktionsloser und damit auch Kommissionsloser darf man immer mal wieder darüber staunen, wie diskret Geschäfte vorbereitet und eingefädelt werden: sei es in den Kommissionen, sei es von dem Fraktionspräsidien. Da geht es uns also ein bisschen so wie dem Rest der Bevölkerung. Im aktuellen Fall der Wahl der Finanzdelegation bleibt einem dann nicht viel anderes übrig, als den Kopf zu schütteln.

Für die Partei der Arbeit Bern ist der Grundsatz klar: Wenn eine Fraktion einen Sitzanspruch hat, dann hat sie doch wohl auch das Recht, diesen Sitz mit dem Mitglied zu besetzen, das ihr passend erscheint. Ausreden und Spitzfindigkeiten lassen wir da nicht gelten. Ganz sicher soll uns niemand mit dem Argument der Kompetenz kommen. Würden wir das nämlich ernst nehmen und regelmässig auf die Waage legen, dann kämen wir gar nicht mehr übers Gezänk hinaus. Wenn für den Einsitz in der Sozialhilfekommission offenbar schon ausreicht, dass man in der sozialpolitischen „Arbeitsgruppe“ einer Partei sitzt oder ganz allgemein mit „sozialen Fragen konfrontiert“ ist – dann viel Vergnügen beim Argumentieren! Die Partei der Arbeit Bern verlangt für Kommissions- und Delegationsmitglieder denn auch keinen Charaktertest oder entsprechende Nacherziehungsmassnahmen. Nicht immer ist es ein gutes Zeichen, wenn Politikerinnen und Politiker „ruhiger“ werden.

Den Kopf schütteln müssen wir allerdings auch über die Trotzreaktion der SVP: Die Drohung mit dem Budget-Filibustern ist gefährlich. Damit wird indirekt die Budgetdebatte als wesentliches parlamentarisch demokratisches Instrument diskreditiert – herabgestuft zum Terrain für erpresserische Spielchen. Und in wessen Interesse soll das liegen?

Die Partei der Arbeit Bern unterstützt das Recht der SVP, ihren Kandidaten für die Finanzdelegation – wie alle anderen Fraktionen auch – selber bestimmen zu können.

Rolf Zbinden, Partei der Arbeit Bern, 28. Februar 2013


Den Armutsbetroffenen endlich eine Stimme geben!

Sozialhilfekommission: Wahlen für die Amtsperiode 2013-2016
Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 28.02.2013

Die personelle Aufstockung der Sozialhilfekommission ist überhaupt kein Problem – solange die Fraktionen das in eigener Regie schaukeln können. Wir nehmen zur Kenntnis: Der Einbezug von direkt Betroffenen steht nach wie vor nicht zur Diskussion! Das stellt den beteiligten Fraktionen nicht nur ein politisches Armutszeugnis aus – es verfestigt zudem eine Politik gegenüber Armutsbetroffenen, die geprägt ist von Ignoranz, Misstrauen, Hartherzigkeit. Der soziale, beschäftigungspolitische und rechtliche Flop der so genannten „Testarbeitsplätze“ sollte doch wenigstens einem Teil der Fraktionen ein klein bisschen zu denken geben – ist dieser soziale Skandal doch just Ausfluss einer Politik, die den direkt Betroffenen permanent die Stimme verweigert.

Der Einbezug von Armutsbetroffenen in die Sozialhilfekommission – und zwar mindestens in gleicher Stärke wie die „externen“ Expertinnen und Experten – wäre ein bescheidener Schritt weg von einer Strategie der Ausgrenzung und hin zu einer Politik der Anerkennung, des Respekts. Die Partei der Arbeit fordert wahrlich nichts Überrissenes. Unser Vorschlag ist konsensorientiert, vernünftig, bescheiden – und ohne Aufwand umsetzbar. Er hält ein vernünftiges Minimum fest. Darunter können wir wirklich nicht gehen.

Rolf Zbinden, Partei der Arbeit Bern, 28. Februar 2013


Keine Sparmassnahmen auf dem Buckel des Personals!

Produktegruppenbudget (PGB) 2013: Haushaltsverbesserungsmassnahmen Nr. 13; Umsetzung
Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 14.02.2013

Warum und für wen sollten wir eigentlich bescheissen? Und wen sollen wir denn schliesslich bescheissen? Offensichtlich ist: Die schwarz/rote Null im Budget für 2013 läuft unter Hokuspokus. Und hat trotzdem – oder genau deshalb seinen Zweck erfüllt. Die Budget-Abstimmung ist über die Bühne ohne allzu laute Misstöne, obschon Sparmassnahmen schon in der Pipeline bereit gestanden haben. Und im Windschatten der erfolgreichen Abstimmung war sich der Gemeinderat nicht zu schade, mit Steuersenkungslobbyisten aus dem rechtsbürgerlichen Lager zu flirten.

Nun wird die Rechnung serviert und wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass dieser Zauber nicht lange hält und dass es schliesslich ja immer die gibt, an denen es hängen bleibt – mit Vorliebe am Ende der Nahrungskette. Aber der Gemeinderat spielt sein Spiel weiter und tut weiterhin so, als würde sich das ganze Problem in nichts auflösen: als liesse sich sparen, ganz ohne dass es überhaupt irgendjemand merkt und spürt. Das ist denn auch ganz genau die Logik, die hinter den uns vorliegenden Haushaltsverbesserungsmassnahmen steht.

Ein Blick genügt, um etwas schlauer zu werden und zu erkennen, wo es nun einschenken soll: bei den Personalkosten. Dass die gesenkt werden sollen, war schon im vergangenen Herbst absehbar, wurde aber verharmlost, wenn nicht gar geflissentlich übergangen. Dass die Partei der Arbeit Bern solche Massnahmen nicht schluckt, braucht wohl nicht speziell unterstrichen zu werden. Dass hier aber in erster Linie die Gewerkschaften und die in ihnen gut vertretenen rotgrünen Parteigenossinnen und Parteigenossen gefordert sind – das sollte sich eigentlich auch von selber verstehen. Und wir hoffen immer noch, dass es sich wirklich von selber versteht.

Den Gipfel der Heuchelei erklimmt der Gemeinderat mit der Wunderwaffe der verzögerten Stellenbesetzung. Hier haben wir nun die klarste Antwort auf die Frage, wer letztlich beschissen werden soll: das Personal! Wer will aber im Ernst glauben, dass sich diese Verzögerungen – sprich: fehlenden Stellen – nicht auf die Belastung des Personals auswirken? Hier zelebriert der Gemeinderat eine Haltung, die von einer Geringschätzung der Leistung des städtischen Personals geprägt ist, wie wir sie denn doch nicht ganz in dieser zynischen Form erwartet hätten. Für dieses Spiel bietet die Partei der Arbeit nicht Hand. Eine Zustimmung zu den aufgetischten Sparmassnahmen würde – bei einer satten RGM-Mehrheit in Gemeinde- und Stadtrat! – klare Zeichen setzen: ein Armutszeichen für RotGrünMitte und ein Zeichen der Ermunterung an alle, die dem Öffentlichen Dienst bei jeder Gelegenheit eins auszuwischen versuchen. Sparmassnahmen auf dem Buckel des Personals? Vergessen Sie es!

Rolf Zbinden, Partei der Arbeit Bern, 14. Februar 2013


Sozialhilfekommission: Wahlen für die Amtsperiode 2013 – 2016

Rückweisungsantrag der Partei der Arbeit Bern zu Traktandum 2 der Stadtratssitzung vom 28. Februar 2013

Sozialhilfekommission: Wahlen für die Amtsperiode 2013 – 2016
Es sei ein Wahlvorschlag auszuarbeiten, der mindestens 3 VertreterInnen der Organisationen der Armutsbetroffenen umfasst.

Begründung:
Eine paritätische Vertretung externer ExpertInnen einerseits und unmittelbar Betroffener andererseits ist sachlich und politisch unabdingbar.

Rolf Zbinden, Partei der Arbeit Bern, 14. Februar 2013


Ein Modell-Projekt braucht dringend einen Finanzplan!

Motion Rolf Zbinden (PdA) vom 25. Februar 2010: Jedem Kind ein Instrument; Fristverlängerung bis 31.12.2015
Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 24.01.2013

Es gibt Momente und Situationen, da hat man den Eindruck als undankbar zu erscheinen. Jetzt geht es mir genauso. Wenn ich mir anschaue, was die gemeinnützige Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“ seit der Annahme der Motion der Partei der Arbeit erreicht hat, dann kann ich nur den Hut ziehen: Dieses Engagement ist beeindruckend – und zeigt auch, dass die Forderung unserer Motion ein breites Echo in der Stadt Bern gefunden hat. Daran gibt es ja auch nichts zu nörgeln.

Das genügt aber leider – und aus Erfahrung – nicht. Denn erstaunlicher Weise ist ein Punkt unserer für erheblich erklärten Motion gar nicht mehr Sache: Punkt 2, der eine Finanzvorlage für die Realisierung des Projekts fordert, kommt im Bericht des Gemeinderats mit keinem Wort vor. Wir hören da zwar von Spendengeldern und Gemeinnützigkeit – und das ist alles schön und gut. Spendengelder und Finanzvorlagen allerdings als Synonyme zu behandeln – das wollen wir doch gar nicht erst einreissen lassen! Man bedenke doch bloss: wenn sowas Schule machen würde…


Grünliberale ködern mit Kontrolle und Abschreckung!

Postulat Fraktion GLP (Michael Köpfli/Kathrin Bertschy, GLP): Reduktion der Velodiebstähle durch Ködervelos mit einem GPS-Sender
Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 24.01.2013

Das Postulat käme ein bisschen zu früh, wenn es als Aprilscherz gedacht wäre. Aber zum Unwort des neuen Jahres wird es doch wohl – erst recht mit der gütigen Unterstützung des Gemeinderats – reichen: Ködervelos, Ködereinkäufe, Köderpolitiker, Köderlittering, Köderhooligan, Köderboni, Köderarbeitsplätze, Köderparkplätze, Köderkandidaten, Köderchaoten, Ködersäufer, Köderkiffer, Köderschiffer – was es nicht eh schon gibt, das kann dann ruhig per Vorstoss eingeführt werden: am besten doch gleich im Multipack. Und ausgestattet mit dem Garantiestempel für politische Mehrheitsfähigkeit.


Kassandrarufe aus den Tiefen der freisinnigen Seele

Motion Fraktion FDP (Christoph Zimmerli, FDP): Nehmen und Geben – auch in der Steuerpolitik!
Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 24.01.2013

Wenn es um Glaubensbekenntnisse geht, haben Argumente in der Regel einen schweren Stand. Und so wohnen wir denn heute einem bürgerlichen Trauerspiel bei, Teil zwei. Der erste Teil ist uns – ganz stimmig – kurz vor Weihnachten geboten worden. Was bisher geschah? Da trat ein Streiter für Steuersenkungen auf und kam ganz ohne Argumente aus! Im Glauben unanfechtbar und unerschütterlich, hat ihm das Bekenntnis gereicht, das Bekenntnis pur. Das war bemerkenswert – bemerkenswert konsequent und effizient. Und bemerkenswert war da erst recht die Ergriffenheit der Ratsmehrheit.


RGM-Gemeinderat flirtet mit bürgerlichem Steuersenker

Motion Beat Gubser (EDU): Moderate Steuersenkung nach Eigenkapitalbildung
Intervention der PdA an der Stadtratssitzung vom 6.12.2012

Wenn es um Glaubensbekenntnisse geht, haben Argumente in der Regel einen schweren Stand. Und da wäre es ein echtes Wunder, wenn es dem Credo der Portemonnaie-Liberalen anders und besser erginge. Was tun? Was tun also unsere wackeren Kämpfer für Steuersenkungen? Der eine argumentiert gar nicht! Im Glauben unanfechtbar und unerschütterlich, genügt ihm das Bekenntnis pur. Das ist bemerkenswert – bemerkenswert konsequent und effizient: Die Rede sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.

Weit darüber hinaus zielt das Argumentarium eines anderen Motionärs im Dienst der Steuersenkung. Aber so weit dürfen wir heute noch nicht gehen nach der Vertagung der Motion FdP. Dann warten wir halt aufs neue Jahr und nehmen dann einen neuen Anlauf – im Sinn der so vielbeschworenen Ratseffizienz.

Der Gemeinderat demontiert die Argumente des einen Motionärs – dem anderen macht er ein nettes Abschiedsgeschenk, allerdings mit einem Argument, das einem die Haare zu Berge stehen lässt. Die deutliche Annahme des Budgets 2012 durch die Stimmberechtigten sei ein klares Zeichen – wofür? Für eine Steuersenkung! Wenn Budgetabstimmungen auf diese Art interpretiert werden sollen, werden wir von nun an aber ganz anders rechnen müssen! Für die Partei der Arbeit stellt der Antrag des Gemeinderats auf Zustimmung zu der Motion EDU einen Affront dar. Angesichts der angekündigten Sparpakete von Stadt und Kanton wird hier ein unverantwortliches Signal gesetzt. Nehmen wir also diese Herausforderung an und beginnen wir den Kampf gegen die unsozialen Sparmassnahmen mit einer Ablehnung der Motion für eine Steuersenkung!

Rolf Zbinden, Partei der Arbeit Bern, 6. Dezember 2012


Fehlinvestition Solar Industries: Welcher Schaden erwächst der Stadt Bern daraus?

Dringliche Interpellation Rolf Zbinden (PdA):

Im April 2012 zog die Gemeinde Langenthal einen Schlussstrich unter das Kapitel „Solar Industries“, wobei sie betonte, ihr sei aus der Angelegenheit kein Schaden erwachsen. Weiter war laut Radio DRS vom 4. April 2012 zu erfahren: „Auch bei der Aktionärin EWB Bern, die rund 15 Prozent von Solar Industries besitzt, rechnet man offensichtlich nicht mehr mit einem Erfolg. EWB hat bereits Ende 2011 2 Millionen aus dieser Beteiligung abgeschrieben“. Im gleichen Zusammenhang ist von „unsicheren Anlagen“ und einem „Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsführung“ die Rede.

In der Annahme, dass unpräzise Angaben und Andeutung mittlerweile durch harte Fakten und Zahlen ersetzt werden können, und in Sorge um die finanziellen Folgen für die Gemeinde Bern und ihre Pensionskasse mit deren 20%-Anteil an der Beteiligungsgesellschaft „New Value“ (welche ihrerseits 11,7 Mio. Franken wegen Solar Industries abschreiben musste) verlangt die Partei der Arbeit vom Gemeinderat die umfassende Klärung folgender Fragen:


Wahlprogramm 2012

 

WER BEWOHNT DIE STADT?

Günstige Wohnungen sind rar in der Stadt Bern. Und es werden immer weniger! Geht es nach dem Willen des Gemeinderats, dann sollen aber weiter günstige Wohnungen im Besitz der Stadt vernichtet und dafür „gute Steuerzahler“ angelockt werden. Verkauft wird uns das dann als „soziale Durchmischung“ und „ökologische Nachhaltigkeit“ – wie bei Stöckacker Süd! Wir nennen es aber beim Namen: soziale Vertreibung! Wir werden weiter kämpfen gegen die Vernichtung von günstigem Wohnraum und gegen die scheinheilige Politik der „sozialen Aufwertung“ (Gentrifizierung) städtischer Quartiere. Und wir fordern eine aktive Wohnpolitik im Interesse der unteren Einkommen. Schluss mit der Vertreibung von Menschen, die sich keine teure Wohnung leisten können! Holen wir uns den Boden bei denen, die ihn der Allgemeinheit nie zurückgegeben haben: bei den Burgern! Die Stadt denen, die hier wohnen!

WELCHE KULTUR WOLLEN WIR?

Mit einer eindrücklichen Demonstration hat sich im Juni die Jugendbewegung in Bern zurückgemeldet. Die bürgerliche Presse behauptete darauf überheblich, das sei wohl gar nicht so politisch gemeint, die Jungen wollten einfach Party machen.

Die PdA stellt fest: Es gibt immer weniger nicht-kommerzielle Orte, wo sich Jugendliche – und überhaupt Menschen jeglichen Alters – zu kulturellen Aktivitäten treffen können. Diese Tatsache hat viel mit Politik zu tun!

Die PdA fordert, dass die Stadt Frei-Räume in und vor der Reitschule und anderswo respektiert, statt sie mit juristischen Spitzfindigkeiten einzuschränken. Die Stadt muss auch die Quartierzentren wie den bedrohten Breitsch-Träff tatkräftig unterstützen, statt ihnen noch die Subventionen zu kürzen! Auf der anderen Seite muss die Stadt dem zunehmenden Einfluss privater Sponsoren in den „etablierten“ Kulturinstitutionen entgegentreten (siehe das unrühmliche Beispiel der Holcim-Ausstellung im Kunstmuseum!).

Und schliesslich ist auch Sport Kultur. Wichtig ist die Förderung des Breitensports, wie die PdA dies erfolgreich im Stadtrat verlangt hat. Wegen einem kommerziellen Gross-Event im Jahr (wie dem Klitschko-Boxkampf) wird Bern nicht zur Sportstadt. Auch deshalb: Hopp YB!

WAS BEDROHT DIE STADT?

Das Atomkraftwerk Mühleberg steht 14 km westlich von Bern. Es läuft nun schon seit 43 Jahren weniger als 1 km unterhalb des erdbebengefährdeten Staudammes des Wohlensees.

Die Technik war schon 1971 veraltet, das Sicherheitskonzept ungenügend. Im Falle eines Supergaus müssten Feuerwehrleute vor Ort die Brennstäbe mit Wasser aus dem Schlauch kühlen. Das Kraftwerk selbst hat Risse im Kernmantel und weitere schwerwiegende Mängel, die offensichtlich nicht zu beheben sind.

Trotz diesen Schäden und Sicherheitmängeln und trotz den Gefahren für die Bevölkerung bieten die Bernischen Kraftwerke BKW (in deren Aktiengesellschaft der Kanton die Mehrheit hält) auch nach der Atomkatastrophe von Fukushima nur: Fehlinformationen, Vertuschung, Abwiegelung, Vertröstung.

Die Motion „AKW Mühleberg stilllegen – und zwar sofort!“ der PdA Bern wurde im Stadtrat angenommen und der Gemeinderat beauftragt
1.) gegenüber dem Kanton und dem AKW-Betreiber alles in seiner Macht Stehende zu tun, um eine sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks Mühleberg zu erreichen; 2.) alle Bestrebungen auf politischer und rechtlicher Ebene aktiv zu unterstützen, die eine sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks Mühleberg anstreben; 3.) alle seine diesbezüglichen Schritte offen zu kommunizieren.

Obwohl wir eine rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat haben, wird der Protest im Keim erstickt: die Mahnwache vor dem BKW-Sitz am Viktoriaplatz wird in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geräumt, Demonstrierende werden nach einer gewaltfreien Sitzblockade wegen „Landfriedensbruchs“ verurteilt.

Die PdA Bern setzt sich für eine demokratisch organisierte, lokale und diversifizierte Produktion erneuerbarer Energie ein. AKW-Mühleberg abschalten!

 

AUSGRENZUNG UND EINGRENZUNG

Was allen gehört, wird immer mehr eingeschränkt und eingegrenzt: die öffentlichen Plätze, der Fanwalk, der Bahnhof, der Schulhausplatz. Eingegrenzt und teuer und privat überwacht.

Wer nicht dem Kommerz frönt, wird ausgegrenzt: wird kontrolliert, belästigt, verjagt, findet keinen Platz und keine Ruhe.

Wem gehört diese Stadt? Dem Kommerz? Den grossen Grundeigentümern? Den Burgern?

Eine lebendige Stadt heisst für uns: Schluss mit Wegweisungen und Schikanen. Die Plätze denen, die sie lebendig machen!

 

WER HIER IST, IST VON HIER

Viele, die in dieser Stadt leben und für diese Stadt arbeiten, haben keine politische Stimme. Obschon die StimmbürgerInnen der Gemeinde Bern an der Urne sich für ihr Stimm- und Wahlrecht ausgesprochen haben nach dem Motto: zäme läbe – zäme schtimme!

Demokratie und Menschenwürde sind aber unteilbar: Wer hier lebt, gehört zu uns. Wer dazu gehört, soll mitreden und mitbestimmen können.

Viele, die um ihr Überleben kämpfen müssen, finden in dieser Stadt keine menschenwürdige Aufnahme und Unterkunft. Weil ihnen mit lausigen Löchern und lausiger Behandlung das Leben hier zur Hölle gemacht werden soll. Und private Firmen, welche die Asylbunker führen, verdienen sich dabei noch eine goldene Nase.

Eine offene Stadt heisst für uns: Solidarität ist kein Etikett für Feierstunden. Solidarität ist eine Wahl, die verpflichtet.

WIE HÄLT ES RGM MIT DER LOHNSCHERE?

Mitten in der Wirtschaftskrise öffnet sich die Schere zwischen hohen und tiefen Einkommen immer mehr. Viele Leute empfinden dabei Wut und Ohnmacht.

Bei den Löhnen der städtischen Angestellten hätte die Stadt Bern die Möglichkeit, andere Massstäbe zu setzen. Doch hat die sozialdemokratisch-
grüne Mehrheit das tatsächlich getan?

Vorstösse der Partei der Arbeit im Stadtrat, damit die Lohnschere verkleinert (2008) oder zumindest nicht noch grösser wird als heute (2011), wurden abgeschmettert.

Stattdessen konnte sich der Gemeinderat 2012 im Parlament durchsetzen: massive Lohnerhöhungen für sich selber und für die Spitzenangestellten. Bei den unteren Lohnklassen hingegen nur eine mickrige „kosmetische“ Lohnerhöhung (Lohnschere 1:5,04 nach Beschluss des Stadtrates). Und wie wurde das begründet? Die städtischen Kader würden weniger verdienen als in der Privatwirtschaft, die unteren Löhne hingegen seien im „Marktdurchschnitt“.

Wir glauben nicht an die Religion des Marktes und finden solche Entscheidungen einer „rot-grünen“ Mehrheit mehr als enttäuschend!

Inzwischen hat auch die Berner Bevölkerung klargemacht, wie sie über eine solche Politik der „rot-grünen“ Mehrheit denkt: in der Volksabstimmung vom 23. September wurde die ganze Vorlage deutlich abgelehnt.

Die Partei der Arbeit wird weiterhin für die Interessen der Leute kämpfen, die nicht zu den Spitzenverdienern gehören! Wir fordern eine Anhebung der unteren Löhne. Und der höchste städtische Lohn darf nicht mehr als viermal so hoch sein wie der Mindestlohn: maximale Lohnschere 1:4! Diese Grundsätze müssen selbstverständlich auch für die ausgelagerten städtischen Betriebe gelten!

WER BEZAHLT DIE KRISE?

Die Krise ist da. Wir spüren es jeden Tag. Auf dem Bankkonto sieht es Ende Monat düster aus. Steigende Preise, ohne dass der Lohn wirklich mithält. Und als wäre das nicht genug, wird auf Bundesebene seit Jahren der Sozialstaat abgebaut. Die Folgen? Viele erhalten nur noch mit Mühe finanzielle Hilfe. Und die Wirtschaftsvertreter? Sie kürzen die Löhne, fördern Lohndumping und verlangen noch mehr Einschnitte in den Gesamtarbeitsverträgen.

Die Gemeinde bekommt diese Entwicklungen am meisten zu spüren. Doch anstatt entschiedene politische Gegenmassnahmen zu ergreifen, werden Menschen in prekären Verhältnissen noch mehr unter Druck gesetzt. Arbeitslose werden von einer Versicherung zur nächsten geschoben. Ihre schwierige Lage bleibt aber dadurch unverändert.

Die Partei der Arbeit Bern hat im Parlament ständig gegen diese verfehlte Politik gekämpft. Sei es gegen Dumpinglöhne und nicht bezahlte Jobs an der Euro 08, sei es gegen die härtere Gangart in der Sozialhilfe. Erfolgreich konnte die PdA den Teuerungsausgleich für Sozialhilfebeziehende durchsetzen! Die Forderung lautet aber immer noch: Existenzsichernde Löhne für alle! Kämpfen wir gemeinsam dafür: Im Parlament und auf der Strasse!

GLEICHBERECHTIGUNG?

Frauen arbeiten mehr. Frauen verdienen weniger. Frauen werden schneller arm. Frauen stehen überall. Frauen steigen selten auf. Das ist kein Zufall. Das hat System. Das liegt am System. Am System der Überausbeutung aller, die jene Arbeit verrichten, die als freiwillig klassifiziert wird. Freiwillig, aber notwendig. Notwendig, aber gratis: Frauenarbeit! Das ist immer noch so. Und das wird auch so bleiben, wenn wir es nicht ändern. Papier ist geduldig. Auch die Bundesverfassung ist Papier: wenn es um die Gleichberechtigung der Frauen geht. Das wird sich auch nicht ändern. Wenn wir es nicht gemeinsam ändern. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Ok! Was aber, wenn ein Grossteil der Drecksarbeit für Frauen reserviert ist? Die Krise hat für Frauen ein Gesicht. Das Kapital ein Geschlecht.