Für die Gleichberechtigung und die Würde der Frauen

Aus dem nationalen Wahlprogramm 2019 der PdA Schweiz

«Mann und Frau sind gleichberechtigt», hält Artikel 8 der Bundesverfassung fest. Diese rechtliche Gleichstellung gilt selbstverständlich für sämtliche Lebensbereiche. Weiter hält der Artikel fest: «Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.» In der Verfassung ist die Gleichberechtigung seit 1981 verankert. 1996 trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft, das die Beseitigung der Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben vorsieht, wie zum Beispiel von niedrigeren Löhnen für gleiche Arbeit oder ungleicher Anstellungschancen.

Milliarden sparen auf dem Buckel der Frauen
Es ist also verboten, für die gleiche Arbeit Frauen geringer zu entlöhnen als Männer. Doch in der Praxis wird dieses Verbot missachtet. Mehr als zwei Jahrzehnte sind seit der Einführung des Gleichstellungsgesetzes verstrichen und die Frauen verdienen immer noch 20 Prozent weniger als Männer in einer vergleichbaren Position. Eine kleine Rechnung zeigt, um welche Beträge die Frauen betrogen werden: Verdient der Mann 4500 Franken pro Monat, so erhält die Frau bei gleichwertiger Arbeit nur 3600 Franken. Somit bekommt die Frau im Schnitt pro Jahr 10 000 Franken weniger als der Mann; über das gesamte Berufsleben gerechnet, ergibt dies eine Summe von 350 000 Franken – Geld, das die Unternehmen auf dem Buckel der Frauen sparen. 



Frauen*streik 2019

Punkt 11:00 Uhr steht alles still. Im ganzen Land verlassen Frauen ihren Arbeitsplatz und machen sich mit viel Lärm sicht- und hörbar. Zum Beispiel mit Trillerpfeife oder Pfannendeckel. 

Punkt 15:24 Uhr wird die Arbeit niedergelegt. Bei durchschnittlich 20% weniger Lohn arbeiten Frauen ab jetzt gratis. Grund genug, den Arbeitsplatz zu verlassen.

Bundesplatz Bern
15:00 Beginn Programm
16:30 Frauen*streik-Chor, Singbüchlein hier herunterladen & kräftig mitsingen, organisiert vom Frauenchor der Reitschule Bern
17:00 Besammlung
17:30 Demo
18:30 Kundgebung

mehr auf www.frauen-streiken.ch und www.frauenstreik2019.ch


FRAUEN*STREIK FEMINISTISCHER STREIK


Wie in vielen anderen Ländern demonstrieren wir Frauen* auch in der Schweiz für Gleichstellung, gegen Sexismus und gegen Diskriminierung. Aber dieses Mal wollen wir weitergehen – bis zum Frauen*streik, einem feministischen Streik, am 14 Juni 2019!

Wir warten nicht mehr länger! Vor 37 Jahren hat die Bevölkerung einen Verfassungsartikel zur Gleichstellung von Männern und Frauen angenommen. Vor 22 Jahren trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft. Dennoch sind unsere Löhne und Renten immer noch tiefer. Wir arbeiten Teilzeit, weil wir zwei Drittel der Hausarbeit wie Haushalt, Küche, Wäsche sowie die Betreuung und Pflege für Kinder, Grosskinder, kranke und pflegebedürftige Angehörige bewerkstelligen. Ohne diese unbezahlte Arbeit, die zum Wohlstand bedeutend beiträgt, würde die Schweiz ganz einfach nicht funktionieren. Diese Arbeit muss endlich besser anerkannt werden!

Wir haben genug von Sexismus und von allen anderen Formen der Gewalt. Gleichstellung heisst: leben ohne Angst vor Angriffen, arbeiten ohne Angst vor Belästigung, nach Hause zu gehen ohne Angst vor Schlägen und Misshandlungen. Wir fordern Respekt für unseren Körper und unser Leben! Alle Formen der Gewalt gegen Frauen* müssen aufhören. Unser Recht auf Selbstbestimmung muss anerkannt werden.

Wir wollen eine Gesellschaft, die auf Gleichstellung und Solidarität beruht: ohne Diskriminierung, ohne Sexismus und ohne Gewalt gegen Frauen*. Dies soll für alle, unabhängig von unserer Hautfarbe, Kultur, Herkunft, Religion, Nationalität, unserer sexuellen Orientierung, Geschlechteridentität, Alter oder unserer sozialen Stellung!
Deshalb streiken wir am 14. Juni 2019

Wir werden überall streiken: nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch zu Hause.
Je nachdem wo wir sind und wie wir leben, werden wir unterschiedlich streiken: Arme verschränken, während ein paar Momenten oder während des ganzen Tages, stören statt aufzuräumen, am Tag und in der Nacht unsere Strassen und den öffentlichen Raum für uns besetzen. Unser Streik richtet sich nicht gegen die Männer, sondern gegen das Patriarchat, das ausgedient hat! Am 14. Juni 2019 sind die solidarischen Männer eingeladen, die streikenden Frauen* zu unterstützen.


Wie geht es weiter mit der Frauenklinik?

Kleine Anfrage Zora Schneider (PdA)
Stadtratsitzung Bern vom 25. April 2019

Wegen Baumängeln und grossem Sanierungsbedarf soll die Frauenklinik 2018 vorübergehend in einem Neubau untergebracht werden. So steht es in einem Bund-Artikel von 2017.1 Das Inselspital hat überlegt, das ehemalige Gebäude der Frauenklinik abzureissen und eventuell durch einen Neubau zu ersetzen, damit die Frauenklinik später wieder an den angestammten Ort umziehen könnte. Der Kanton hat die Planung des Inselspitals, in der es um die Notwendigkeit eines Ersatzspitals ging, zuerst in Frage gestellt. Geplant war aber dann offenbar trotzdem, dass Verhandlungen über die Finanzierung aufgenommen werden.2

Die Frauenklinik stellt eine Errungenschaft der Frauenbewegung dar. Vorher wurden die Geburt und Schwangerschaft als Krankheiten behandelt, was auch heute noch häufig der Fall ist, aber vielleicht nicht mehr im gleichen Masse. Da es sich bei der Schwangerschaft und Geburt um natürliche Vorgänge handelt, die man nicht einfach in jedem Fall als medizinische Notlagen verstehen kann, ist eine vom Spital getrennte Klinik angestrebt worden, die diesem Umstand Rechnung trägt. Die Gesellschaft ist auf eine menschliche, informative und gut funktionierende Frauenklinik angewiesen. Es gibt Informationen, dass ein Planungsprozess im Gange sei, um der Frauenklinik wieder zu einem eigenen Gebäude zu verhelfen, aber sie sind veraltet. 


Nationales Frauen*streik-Vernetzungstreffen

Sonntag 10. März, 10 bis 16 Uhr, Volkshaus, Aarbergstrasse 112, Biel

An diesem Treffen werden die verschiedenen Streikkomitees präsentiert. Am Nachmittag findet eine Podiumsdiskussion mit internationalen Gästen statt, die ihre feministischen Streikerfahrungen teilen. Gemeinsam wird ein Streikaufruf verabschiedet.


Aufruf zum Frauen*streik vom 14. Juni 2019

1. Wir, Frauen, Lesben, inter-, non-binary- und Transpersonen, mit oder ohne Partner*in, in einer Gemeinschaft, mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Arbeit, unabhängig von der Art der Arbeit, gesund oder krank, mit oder ohne Beeinträchtigung, jung, erwachsen oder alt, hier oder in einem anderen Land geboren, unterschiedlicher Kultur und Herkunft, wir alle rufen auf zum Frauen*streik am 14. Juni 2019. Wir wollen die tatsächliche Gleichstellung und wir wollen selbst über unser Leben bestimmen. Deshalb werden wir am 14. Juni 2019 streiken! 


Zum Tag der Frau: Motion Vulva-Tage in Bern im Berner Stadtrat eingereicht

Pressecommuniqué PdA Bern

Rechtzeitig zum Tag der Frau, dem 8. März, haben die PdA Bern und MitstreiterInnen aus anderen Parteien (SP, JUSO, AL) letzte Woche eine Motion im Stadtrat eingereicht, die für ein paar Tage im Jahr die Förderung einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem weiblichen Geschlechtsorgan, der Vulva, und mit Themen rund um die sexuelle Selbstbestimmung der Frau* fordert. Dies soll der Tabuisierung des weiblichen Geschlechts entgegenwirken. 


Vulva-Tage in Bern – Die Tabuisierung aufheben

Motion Zora Schneider (PdA), Angela Falk (AL), Tabea Rai (AL), Patrizia Mordini (SP), Mohamed Abdirahim (JUSO):
Stadtratsitzung Bern vom 28. Februar 2019

Der rechtliche Schutz der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen ist in der Schweiz eher ein neues Phänomen. Erst im revidierten Sexualstrafrecht von 1992 fiel die Nötigung zum Beischlaf in der Ehe unter den Tatbestand der Vergewaltigung, konnte jedoch nur auf Antrag innerhalb von sechs Monaten verfolgt werden. Erst seit 2003 ist die «häusliche Gewalt» ein Offizialdelikt geworden. Dies könnte einer der Gründe sein, wieso der weibliche Genitalbereich weiterhin stark tabuisiert ist und sich viele Frauen auch heute noch schwertun, einen geeigneten Namen dafür zu finden oder überhaupt über ihre eigene biologische Ausstattung Bescheid zu wissen. Wenigstens das letztere wäre aber eine der Grundvoraussetzungen für die sexuelle Selbstbestimmung. An den Namen für die weiblichen Geschlechtsteile lässt sich klar ersehen, dass wir es mit einem Tabu zu tun haben: Man nennt sie Scham. Manche Frauen reden sogar vom «After vorne». Auch die Unterscheidung zwischen der Vulva, die aus dem Venushügel, den Schamlippen und der Klitoris besteht und der Vagina, mit der die inneren weiblichen Geschlechtsorgane gemeint sind, ist wenig bekannt und die Begriffe werden häufig falsch verwendet. Dazu kommt, dass viele Frauen ihre Vulva nicht schön oder sogar dreckig finden. 


Demo gegen das Patriarchat

27.10.18 um 21 Uhr Münsterplatz in Bern


Wir rufen auf, an der Demo gegen die tagtäglich herrschende patriarchale Unterdrückung teilzunehmen!
Im Aufruf heisst es: „In Genf wurden Frauen* krankenhausreif geschlagen, in Bern begrabschten rechtsradikale Fussballfans mehrere Frauen* an der Aare. In Thurgau wurde einer Mutter, die mit ihrem Kinderwagen unterwegs war, wortlos ins Gesicht geschlagen. Weitere Frauen* berichteten von ähnlichen Angriffen. Alltägliche patriarchale Gewalt wie zum Beispiel häusliche Gewalt, Rassismus gegen nichtweisse Frauen* oder Diskriminierung von queeren Personen erlangen selten mediale Aufmerksamkeit.“
Lasst uns Frauen* gemeinsam ein Zeichen gegen das Patriarchat setzen! mehr…



Für Lohn und Wertschätzung

Sabine Hunziker. Auch 27 Jahre nach dem ersten Frauenstreik der Schweiz besteht noch immer Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern. Der Kampf der Frauen für Gleichheit geht weiter: am 22. September in Bern. mehr…

vorwärts vom 20. September 2018



Lohngleichheit. Punkt. Schluss!

Nationale Kundgebung für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung
22. September um 13.30 Uhr auf der Schützenmatte in Bern
, anschliessend Umzug zur grossen Kundgebung auf dem Bundesplatz.


Demonstration zum internationalen Frauenkampftag 8. März in Zürich

Wir haben uns gestern sehr über die vielen und lautstarken Frauen an der Frauen*demo in Zürich gefreut. Es waren um die 2500! Mit Gesang, einer Rede und vielen Parolen war das PdA Frauenkomitee vor Ort. Zäme höch ufe! Wir sind dabei!
Leider wurden mehrere Personen festgenommen. U. a. eine der Aktivistinnen, die das Plakat an der Baustelle runtergelassen haben.


Gegen Rückschritte, Sexismus und Transphobie

Seit November 2017 hat die Partei der Arbeit Genf eine neue Gemeinderätin: Annick Ecuyer (41) trat die Nachfolge einer langjährigen PdA-Vertreterin an. Sie ist die erste Transfrau überhaupt mit einem Sitz in einem Genfer Parlament und kämpft dort für ihre spezifischen sowie ihre Klasseninteressen.


Der Presserat hat noch nicht entschieden.

Beschwerde gegen das Titelbild des Magazins (Tagesanzeiger) Nr. 23 vom 10. Juni 2017. Eingereicht am 14.06.2017. Der Presserat hat noch nicht entschieden.

Ich bitte den Presserat, das Magazin für das Titelbild der Nr. 23 vom 10 Juni zu rügen. Auf der Titelseite wird Kim Kardashian in tierischer und sexualisierter Pose mit fast nacktem Hintern abgebildet. Das verletzt die Kodex-Ziffer Nr. 8 der „Erklärung der Pflichten der Journalisten und Journalistinnen“, die besagt, dass diskriminierende Anspielungen in Text, Bild und Ton aufgrund des Geschlechts verboten sind und die Menschenwürde zu respektieren ist.

Kim Kardashian wird auf diesem Bild sexualisiert und in pornographischer Weise objektifiziert, indem auf ihren Hintern und nicht auf ihre Person fokussiert wird und eine Reduktion der Frau auf dieses Körperteil stattfindet. Das Bild drückt Verfügbarkeit, Unterwürfigkeit und die Kommerzialisierung des weiblichen Körpers aus.
Das in diesem Bild ausgedrückte Frauenbild ist in schwerwiegender Weise diskriminierend, weil durch die animalisierte Darstellung Kardashians als Tier im Freien, auf allen Vieren und mit Pelz ausstaffiert, direkte pornografische Assoziationen geweckt werden und der weibliche Körper durch diese herabgesetzt wird. Im Zusammenhang mit dem Zitat darunter, das den weiblichen Körper als herstellbar und erfolgsentscheidend thematisiert, untergräbt das Bild die Selbstachtung von Frauen durch die Gefahr der Verinnerlichung von unerreichbaren Ästhetik- und Verhaltensmassstäben und senkt die Hemmschwelle für Übergriffe und sexualisierte Gewalt an Frauen. Dass zudem von einem „perfekten Po“ gesprochen wird und Angaben über dessen Aussehen gemacht werden, ist Zeichen eines Normierungsdrucks, der neben der Verdinglichung des weiblichen Körpers ein weiteres sexistisches Element darstellt.

Das Bild ist unverhältnismässig, weil das Thema auch mit einem anderen, weniger störenden und frauenverachtenden Bild hätte illustriert werden können. Leider hat man sich beim Magazin aber vermutlich aus Vermarktungsgründen für dieses Bild entschieden.

Es ist kein rundfunkrechtliches oder gerichtliches Verfahren eingeleitet worden.

Mit freundlichen Grüssen,
Zora Schneider, Partei der Arbeit Bern (PDA)


Tamara Bunke: Die Mitkämpferin Ches

Dieses Jahr jährt sich nicht nur der 50. Todestag von Che Guevara, sondern auch der seiner Mitkämpferin «Tania la Guerrillera». Tania war eine ausserordentliche Revolutionärin, die für ihre Ideale mit der Waffe in der Hand kämpfte und starb.

Sie wurde weltberühmt als Kämpferin an der Seite Che Gueveras: Tamara Bunke, besser bekannt als Tania la Guerrillera. Vor 50 Jahren kam die Deutsch-Argentinierin bei dem Versuch ums Leben, eine Revolution in Bolivien zu entfachen. Die Kommunistin, die keine 30 Jahre alt wurde, war eine beispielhafte Revolutionärin. Sie war die weibliche Seite einer Rebellion, die für ihre Utopien gekämpft hat. Man müsse die Welt retten, war ihr Credo angesichts von Armut und Ungerechtigkeit gewesen. In der Zeit vor «Tania» haben Frauen bei Revolutionen meist abseits gestanden. Sie hat die Rolle der revolutionären Frau neu definiert.


Geschlecht: Ein soziales Konstrukt

Die menschlichen Körper weisen eine ungeheure Variabilität auf. Die Geschlechtsmerkmale bilden ein Spektrum. Die Einteilung in «Mann» und «Frau» stärkt das Patriarchat. Eine Kritik des Geschlechtbegriffs und der Gegenüberstellung von Gender und Geschlecht.

Die bürgerliche Ideologie hämmert uns seit langer Zeit die oberflächliche Vorstellung über Geschlecht ein: Man gehört entweder der Kategorie «Mann» oder «Frau» an, die auf einer starren Reihe von biologischen Merkmalen basieren. Das Ziel dieser Vorstellung ist es, die Unterdrückung der Frauen in unsere Gesellschaft zu zementieren und ideologisch zu verstärken. Neben dieser biologistischen Sicht auf das Geschlecht wurde von fortschrittlicherer Seite eine Theorie entwickelt, die einen Unterschied macht zwischen Gender und Geschlecht. So wird Gender durch die Gesellschaft geschaffen als ein soziales Konstrukt, das durch das Handeln der Einzelnen performativ entsteht und verstärkt wird durch die gesellschaftlichen Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit. Auf der anderen Seite steht das Geschlecht, das angeboren ist und auf unveränderlichen biologischen Faktoren basiert. Diese Ansicht beruht auf der Annahme einer essenziellen Männlichkeit und Weiblichkeit. Männer haben Penisse, Frauen haben Vaginas und Brüste und können Kinder gebären, Männer können das nicht. Es wird immerhin zugestanden, dass die Ausdrucksform von Gender (Genderexpression) nicht starr an diese Merkmale gebunden sein muss. Die Vorstellung von Geschlecht als etwas Unterschiedenes von Gender kann in der öffentlichen Debatte zwar noch strittig sein, ist in der akademischen Welt aber Mainstream. 


DIE GÖTTLICHE ORDNUNG

Beim Frauenstimmrecht waren wir erfolgreich! Und heute? Wie steht es um die Gleichberechtigung?

In letzter Zeit ist ein feministischer Aufbruch zu beobachten: Es gab in den USA grosse Anti-Trump-Proteste, die von einem Frauenbündnis initiiert wurden, und auch in Zürich gingen mehr als 10‘000 Bewegte für den Frauenmarsch auf die Strasse. In Polen konnten Proteste von Frauen eine Verschärfung des Abtreibungsrechtes verhindern.
Der Film „Die göttliche Ordnung“, in dem die Geschichte des Frauenstimmrechts in der Schweiz anhand von fiktionalen Charakteren mit realen Vorbildern dargestellt wird, hat uns an unsere Geschichte erinnert. Er hat vorgeführt, welche Art der Zivilcourage es braucht, Frauenanliegen durchzusetzen: Die alten Muster aussetzen, für die eigenen Überzeugungen hinstehen, sich durch Unsicherheit und (angedrohte) Gewalt nicht entmutigen lassen und protestieren. Auch Präsident Trump hat uns mit seinem Frauenbild (An die „Pussy“ fassen, Frauen nach ihrem Äusseren in Kategorien einteilen) gezeigt, dass es noch nicht so lange her ist, dass Frauen über ihren Körper und ihr Leben auch hier in der Schweiz nicht selbst bestimmen konnten. Und das wirkt immer noch in Schönheitsidealen und anderen körperlichen und geistigen Anforderungen an uns Frauen nach, obwohl die Gleichberechtigung bei uns in der Verfassung steht. Häufig drückt sich das auch in Gewaltandrohungen und -anwendungen aus, von denen Frauen im öffentlichen Raum übermässig betroffen sind. Vor allem dann, wenn sie sich nicht an die auferlegten Regeln halten wollen. 


Der Kampf um die Zukunft ist auch ein Kampf um die Geschichte

Die Geschichte des 8. März ist politisch. Vor 100 Jahren lösten die Arbeiterinnen Petrograds die Februarrevolution aus und erkämpften sich kurz danach das Stimmrecht. Der 8. März wird in diesem Jahr 100 Jahre alt, wie die zwei Revolutionen in Russland. Die Februarrevolution – sie müsste nach unserem Kalender Märzrevolution heissen – wurde am 8. März durch die demonstrierenden Arbeiterinnen Petrograds, der damaligen Hauptstadt Russlands, ausgelöst. Die Zweite Internationale Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau erhob deshalb 1921 diesen Tag zum internationalen Frauenkampftag, was bis heute so geblieben ist.