Autor: Christoph Stettler

Biel soll sich dem europaweiten Netzwerk von Zufluchtsstädten anschliessen

Bieler Stadtratssitzung
Dringliches Postulat Judith Schmid, PdA Biel

Europa ist mit der grössten Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert. Dabei zeigt der Konkurrenzkampf zwischen den Ländern nun seine dunkelste Seite: eine solidarische Lösung scheint in unerreichbarer Ferne zu liegen. Immer mehr Mittel werden eingesetzt, um zu verhindern, dass Flüchtlinge überhaupt bis nach Europa kommen oder um die Menschen wieder zurück in ein anderes Land zu schaffen.

Auch die Schweiz hat in den letzten Jahren ihren Umgang mit Schutzsuchenden weiter verhärtet. In den letzten Monaten wurden die Grenzkontrollen so verschärft, dass immer mehr Menschen ohne Asylverfahren direkt über die Grenze zurück deportiert werden. Die Schweiz ist ausserdem das Land, das am meisten Menschen nach Italien zurückschafft. Und dies obwohl bekannt ist, dass Italien mit der aktuellen Situation überfordert ist und dort viele Flüchtlinge nicht angemessen versorgt werden können.

Auf nationalstaatlicher Ebene wurde bislang keine befriedigende Lösung gefunden. Die Staaten reagieren mit Repression anstatt mit Menschlichkeit auf die Situation. Aus diesem Grund haben sich einige Städte zu einem solidarischen Netzwerk zusammengeschlossen. Vor allem Städte in Spanien (Barcelona, Madrid, Coruña und andere), aber auch Paris, Lesvos und Lampedusa wollen Zuflucht bieten. In der Schweiz haben zuletzt Lausanne und Bern beschlossen, sich diesem Netzwerk von Zufluchtsstädten anzuschliessen. 


Gegen „die unternehmerische Freiheit“ der Post!

Berner Stadtratsitzung vom 16. Februar 2017

Wortmeldung von Daniel Egloff (PdA), zur Begründung einer gemeinsam mit SP, GB/ JA! und BDP/CVP eingereichten dringlichen interfraktionellen Motion:
Nein zu weiteren Poststellenschliessungen – nein zum Abbau des Service public

Letztes Jahr hat sich wieder einmal ein Klassiker ereignet: Eine Initiative, welche ein tatsächliches Problem und einen Weg zu dessen Behebung aufzeigte, wurde abgelehnt, weil mit Angst und Halbwahrheiten gearbeitet wurde und vor allem, weil wichtige Informationen vorenthalten wurden. Kaum ist aber die Volksabstimmung über die ProServicePublic-Initiative vorbei, wird überall im Service Public abgebaut. 600 Poststellen werden geschlossen, und bei der Post verschwinden Hunderte von Arbeitsplätzen. Gleiches bei der SBB: Dort sollen 1400 Stellen gestrichen werden. Bei der Swisscom sollen insgesamt 1000 Stellen eingespart werden und dies trotz eines Gewinnes von 1.6 Milliarden Franken. Wären diese Zahlen vor der Abstimmung bekannt gewesen, dann hätten sich sicherlich viele Stimmberechtigte anders entschieden! 


NEIN ZU WEITEREN POSTSTELLENSCHLIESSUNGEN – NEIN ZUM ABBAU DES SERVICE PUBLIC

Wortmeldung von Daniel Egloff an der Sitzung vom 16.02.2017
Dringliche Interfraktionelle Motion SP, GB/JA!, AL/GPB-DA/PdA+, BDP/CVP (Patrizia Mordini/Johannes Wartenweiler, SP/Stéphanie Penher, GB/Daniel Egloff, PdA/Hans Kupferschmid, BDP/Manuel C. Widmer, GFL)

Letztes Jahr hat sich wieder einmal ein Klassiker ereignet: Eine Initiative, welche ein tatsächliches Problem und einen Weg zu dessen Behebung aufzeigte, wurde abgelehnt, weil mit Angst und Halbwahrheiten gearbeitet wurde und vor allem, weil wichtige Informationen vorenthalten wurden.

Kaum ist aber die Volksabstimmung über die ProServicePublic-Initiative vorbei, wird überall im Service Public abgebaut. 600 Poststellen werden geschlossen, und bei der Post verschwinden Hunderte von Arbeitsplätzen. Gleiches bei der SBB: Dort sollen 1400 Stellen gestrichen werden. Bei der Swisscom sollen insgesamt 1000 Stellen eingespart werden und dies trotz eines Gewinnes von 1.6 Milliarden Franken. Wären diese Zahlen vor der Abstimmung bekannt gewesen, dann hätten sich sicherlich viele Stimmberechtigte anders entschieden!


Die Stadt Bern soll eine Zufluchtsstadt werden und sich dem europäischen Netzwerk anschliessen!

An der Berner Stadtratssitzung vom 2. Februar 2017 wurde das dringliche Postulat der Freien Fraktion, eingereicht von Daniel Egloff (PdA) und Mess Barry (parteilos), mit 49 zu 13 Stimmen angenommen!

Seit zwei Jahren dominiert die Migrationsthematik die Wahrnehmung vieler Menschen. Europa ist mit der grössten Fluchtbewegung seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert. Dabei stellt sich klar heraus, dass der Konkurrenzkampf zwischen den Ländern nun ihre dunkelste Seite zeigt und somit die Länder Europas keine solidarische Lösung finden. Im Gegenteil: Immer mehr Mittel werden eingesetzt um zu verhindern, dass Flüchtende überhaupt bis nach Europa bzw. ins Land kommen, oder um die Menschen wieder zurück in ein Nachbarland zu schaffen. Tausende von Menschen sterben auf dem Weg nach Europa. Auch die Schweiz hat in den letzten Jahren ihren Umgang mit Geflüchteten immer mehr verhärtet und in den letzten Monaten die Grenzkontrollen verschärft, so dass immer mehr Menschen ohne Asylverfahren über die nächste Grenze ausgeschafft werden. Auch ist die Schweiz das Land, welches am meisten Menschen nach Italien zurückschafft, obwohl bekannt ist, dass Italien mit der aktuellen Situation überfordert ist und dort viele Geflüchtete nicht angemessen versorgt werden und z.T. auf der Strasse leben. 


STAPI-WAHL VOM 15. JANUAR 2017


 

Wahlempfehlung

Die Partei der Arbeit Bern ist zutiefst davon überzeugt, dass Alec von Graffenried seine neuen Aufgaben – wie schon seinen Job als Losinger-Kader – bestens bewältigen wird: zur vollen Zufriedenheit und im ureigensten Interesse des Komplexes aus Burger- und Baulobby. Der selbsternannte Brückenbauer wird es zweifellos verstehen, der Überführung weiterer Teile des Service public ins private Business Aufschwung zu verleihen. Dass die Partei der Arbeit Bern die sozialdemokratische Kandidatin der neoliberalen Originalversion vorzieht, versteht sich folglich von selbst.

Und wem gehört die Stadt? Sicher nicht den Burgern und dem Kapital! Uns von ihnen zu erlösen – können wir nur selber tun!



Wahlprogramm Bern 2016

Unser Flyer, „Wofür wir stehen – auch nach den Wahlen“ pdf

FÜR ROTGRÜNMITTE IST SOZIALER WOHNUNGSBAU SEKUNDÄR! WEM GEHÖRT DIE STADT?

Wer kann schon etwas dagegen haben, wenn in Bern an allen Ecken aus den Plätzen neue Piazze entstehen und überall neue kleine In-Restaurants aus dem Boden spriessen? Wer mag sie schon nicht, die gemütlichen Events, welche immer mehr den öffentlichen Raum erobern? Doch die neue Urbanität und das Bevölkerungswachstum haben auch ihre Schattenseiten: Die Mieten steigen unablässig, für viele Familien ist eine passende Wohnung kaum mehr bezahlbar. In ehemaligen ArbeiterInnenquartieren ist Wohnen auch mit durchschnittlichen Einkommen zu teuer. Und bei den noch bezahlbaren Wohnungen stehen die Leute Schlange; wer nicht als perfekteR MieterIn auftritt, hat keine Chance auf Wohnung. Und der rotgrün dominierte Gemeinderat schaut zu; ja er befeuert diese Entwicklung gar noch mit ‚Aufwertungsprojekten’ wie der Überbauung Viererfeld oder dem neuen Eigerplatz. Nichts gegen verkehrsberuhigende Massnahmen und schöne Plätze! Aber die Stadt muss auch für die Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen Wohnraum bieten. Der PdA-Vorstoss im Stadtrat für 1000 günstige Wohnungen wurde bisher nicht umgesetzt, und auch sonst wird kaum etwas getan, um den Engpass an günstigem Wohnraum aufzuheben. Dagegen entsteht immer mehr teurer Wohnraum, und es gibt immer mehr leerstehende Büros. Die Stadt macht unter dem Stichwort Standortwettbewerb alles, um Unternehmen nach Bern zu locken. Im Grunde ist die Schaffung von wirklich günstigem Wohnraum für die rotgrünen Behörden aber sekundär. Von kommunalem Wohnungsbau zur Schaffung von gemeindeeigenem sozialem Wohnraum kann man nur träumen!

ÖFFENTLICHER RAUM WIRD PRIVATISIERT UND KOMMERZIALISIERT. EROBERN WIR DIE STADT ZURÜCK! KULTURELLE VIELFALT FÜR ALLE UND FREIRÄUME FÜR ALTERNATIVE LEBENSFORMEN!

LERNEN, LERNEN UND NOCHMALS LERNEN!

Bildung: unser einziger Rohstoff! Die Augen der FestrednerInnen glänzen. Bildung und Weiterbildung sind angesagt. Aber bitte schön auf eigene Rechnung! Auf dass immer weitere Bereiche der Bildung als privates Geschäft ausgebeutet werden können! Private Kitas, Privatschulen, private Hochschulen spriessen aus dem Boden. Die Kosten für die Weiterbildung fressen den einfachen Berufstätigen das Ersparte weg oder zwingen sie zur Verschuldung. Die Privatisierung der Bildung zerstört Chancen: Bildungschancen, soziale Chancen, kulturelle Chancen. Sie zementiert alte Ungleichheiten und kreiert neue: Wer hat, dem wird gegeben. Die PdA macht da nicht mit! Umfassende Bildung ist ein menschliches Bedürfnis, sie ist ein Grundrecht und macht mündig. Deshalb fordern wir, dass jeglicher Zugang zu Bildung wirklich allen offensteht und unentgeltlich ist. Die berufliche Weiterbildung soll paritätisch von den Arbeitgebern und dem Staat finanziert werden. Auch der buchstäbliche Weg zur Bildung soll gratis sein: Die PdA fordert den Gratis-ÖV für alle, die an Angeboten der Bildung, Ausbildung und Weiterbildung teilnehmen. Wenn der Student aus gutbetuchter Familie auch davon profitiert, werden es ihm die BerufsschülerInnen nicht neiden.

DEMOKRATIE OHNE WENN UND ABER. WIR FORDERN DAS RECHT AUF POLITISCHE MITBESTIMMUNG: STIMM- UND WAHLRECHT FÜR ALLE, DIE HIER LEBEN!

KOMMUNISMUS HEUTE

Der grosse Historiker Eric Hobsbawm sagte: ‚Der Sozialismus ist gescheitert, der Kapitalismus ist bankrott, was kommt als Nächstes?’
Der ‚gescheiterte Realsozialismus’ hat zwar einen beachtlichen Teil der Weltbevölkerung der kapitalistischen Logik entziehen können und begonnen, eine mehr oder weniger egalitäre Gesellschaft zu errichten, zugrunde gegangen ist er aber an den historischen Voraussetzungen. Die Idee des Kommunismus wurde diskreditiert.
Die Sozialdemokratie an der Macht scheitert ihrerseits, indem sie die neoliberale Politik fortsetzt, ja verschärft und in krasser Weise von ihren Wahlversprechungen abrückt. Folge: Resignation und Rechtsrutsch. Die Linke wird durch die Sozialdemokratie diskreditiert.
Der ‚bankrotte Kapitalismus’ hat uns in die grösste wirtschaftliche, soziale, politische und ökologische Krise gestürzt. Weltmarkt und ungebändigte Finanzmärkte verschärfen die soziale Ungleichheit ins Unermessliche und stürzen immer mehr Gesellschaften in brutale Verteilungskämpfe. Eine Alternative ist notwendig.
‚Was kommt als Nächstes?’ Unser Vorteil gegenüber früher ist, dass eine auf egalitärer Gerechtigkeit beruhende Gesellschaft nicht auf Mangelwirtschaft, sondern auf ausreichenden Produktivkräften basieren kann. Objektiv betrachtet waren die Voraussetzungen für den Weg in eine bessere Gesellschaft noch nie so gut wie heute. Technisch gesehen wäre es kein Problem, die ganze Weltbevölkerung zu versorgen, die CO2-Emmissionen drastisch zu senken und dabei auch noch die notwendige Arbeitszeit stark zu reduzieren. Wir könnten unser Leben mehr geniessen und gleichzeitig weniger verschwenderisch mit unseren Ressourcen umgehen. Ein „luxuriöser“ Kommunismus ist realisierbar.
Was heisst Kommunismus? Er ist die egalitäre Leidenschaft, die Idee der Gerechtigkeit, die feministische Idee der Gleichwertigkeit von Frau und Mann, die Überwindung des im Kapitalismus anerzogenen Egoismus, die Freiheit von Fremdbestimmung – Freiheit gedeiht nicht ohne Gleichheit. Er ist die Intoleranz gegenüber Autoritarismus, Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt. Ihn zeichnet nicht die Abschaffung des ökonomischen, kulturellen und geistigen Eigentums aus, sondern die Abschaffung des kapitalistischen Eigentums an den Produktions- und Finanzmitteln. Er nimmt niemandem das Recht, sich gesellschaftliche Produkte anzueignen, aber er nimmt die Macht, sich durch diese Aneignung fremde Arbeit zu unterjochen.

GLEICHER LOHN FÜR FRAU UND MANN. SO STEHT ES IM GESETZ. SO IST ES ABER NICHT IN DER REALITÄT. WIR FORDERN GLEICHEN LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT – JETZT!

KEINE STEUERGESCHENKE FÜR DIE REICHEN!

Weniger Steuern zahlen, das wär’s… Doch je weniger Steuereinnahmen der Staat zur Verfügung hat, desto mehr wird das öffentliche Angebot an Bildung, Gesundheit, Altersvorsorge und Sozialhilfe abgebaut. Meistens folgt dann auch die Privatisierung der öffentlichen Aufgaben. Beispiel: die Privatisierung der psychiatrischen Dienste. Die Preise der Dienstleistungen richten sich in den Händen profitorientierter Unternehmen nach den Marktgesetzen. Einkommensunabhängig müssen alle denselben Marktpreis bezahlen.
Die neue Unternehmenssteuerreform III gibt den Konzernen neue Steuerprivilegien. Bund, Kanton und Gemeinden werden Steuerausfälle in Milliardenhöhe erleiden. Wie das Amen in der Kirche werden diese auf die SteuerzahlerInnen abgewälzt. Entweder durch die Erhöhung von anderen Steuern, durch die Einführung von unsozialen Gebühren oder durch weitere Privatisierungen mit den damit verbundenen negativen Folgen. Die Unternehmenssteuerreform II von 2008 entlastete die UnternehmerInnen mit 7 Milliarden. Zwei Jahre später folgte in der Arbeitslosenversicherung ein massiver Leistungsabbau: Erschwerter Zugang zum Arbeitslosengeld vor allem für junge Arbeitslose und für ArbeiterInnen in prekären Arbeitsverhältnissen, die vielen Stellenwechseln unterstehen.
Die PdA bekämpft sämtliche unsozialen Steuerreformen und wendet sich gegen die Bereicherung der KapitalistInnen.

DIE ATOMLOBBY MANIPULIERT UND SCHMIERT. GEHEN WIR IHR NICHT AUF DEN LEIM! MÜHLEBERG UND DIE ANDEREN SCHROTTREAKTOREN STILLLEGEN – UND ZWAR SOFORT!

SCHLUSS MIT DEM PENSIONSKASSENBETRUG! FÜR EINE STARKE AHV ALS ECHTE VOLKSPENSION!

Sie machen uns Angst und behaupten, die Altersrenten seien in Zukunft nicht gesichert. In Wahrheit wollen sie die Renten abbauen, indem sie versuchen, Jung und Alt gegeneinander auszuspielen. Alle bisher vorausgesagten sogenannten Krisen der AHV erwiesen sich als falsch. Die AHV ist ein stabiles System: die Renten werden von den laufenden Einzahlungen im Umlageverfahren finanziert. Infrage gestellt sind aber die Pensionskassen, wo das ganze angehäufte Kapital von den Schwankungen und Spekulationstendenzen der Finanzmärkte abhängig ist. Dieses unsichere, ungerechte und teure System der Pensionskassen will der SP-Bundesrat Berset retten, indem das Pensionsalter der Frauen herauf- und der Umwandlungssatz zur Berechnung der Renten herabgesetzt werden soll! Berset missachtet bewusst den Entscheid der Stimmberechtigten, die noch vor Kurzem eine Senkung der Umwandlungssätze (und die damit verbundenen Rentenkürzungen) wuchtig abgelehnt haben. Die PdA wird jedenfalls auch diese ‚Reform‘ bekämpfen!
Vor mehr als 40 Jahren hat die PdA mit einer leider abgelehnten eidgen. Volkspensions-Initiative einen anderen Weg aufgezeigt. Schon damals forderten wir die Zusammenführung der 2. Säule mit der 1. Säule, bei Besitzstandsgarantie für alle Versicherten. Für eine sichere und zukunftsfähige Altersvorsorge nach dem System unserer AHV – mit Renten, von denen alle Menschen leben können!

HORRENDE KRANKENKASSENPRÄMIEN MACHEN KRANK. WIR FORDERN EINE SOZIALE ÖFFENTLICHE KRANKENKASSE, DIE ZAHNMEDIZINISCHE EINGRIFFE EINSCHLIESST.

WER IST UNS DENN FREMD?

Europa macht dicht. Die Abschottungspolitik variiert zwar von Deutschland über Grossbritannien bis zum Reservat der „freien Schweiz“. Mögen Orbans, Hollandes und Sommarugas Techniken auch variieren, zerstörerisch – ja tödlich – sind sie für die betroffenen Menschen in jedem Fall. Europa hat das völkerrechtlich verbriefte Recht auf Asyl schlicht ad acta gelegt. Alle, auch kritischere ZeitgenossInnen, wollen das „Übel“ der Flucht an der Wurzel anpacken: in den Herkunftsländern. Die „Hilfe“ an diese entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Bestechung der jeweiligen Regierungen vor Ort und als Aufrüstung der regionalen Repressionskräfte mit dem einen Ziel: die Flucht nach Europa von allem Anfang an zu unterbinden.
Die Wurzeln der Flucht, der Verarmung, des Elends, der Gewalt und der Hoffnungslosigkeit in den Herkunftsländern der Flüchtenden werden systematisch verschwiegen. Sie liegen im globalen Kapitalismus und seinen geopolitischen Spielen. Die unsägliche Migration ist die Folge der Verelendung ganzer Regionen und der militärischen Interventionen und Kriege, die von den USA, von EU-Ländern und von der NATO und den schweizerischen Waffenexporten ausgehen. Von dem spricht die Blocherei keine Sekunde! Sie benützt vielmehr die (Abstiegs-)Ängste von Teilen der Bevölkerung, die ihren Grund in der hiesigen sozialen Verwüstungspolitik haben, um diese Ängste in gefährliche nationalistische, rassistische und antiislamische Ressentiments und Hassgefühle gegen alles Fremde und vor allem die Flüchtlinge umzumünzen. Die PdA wird keinen Zoll in diese Richtung gehen, sondern beharrlich die wirklichen Wurzeln der Migration und die wirklichen Ursachen der hiesigen Ängste aufzeigen und bekämpfen.


Stadtratswahlen Bern 2016

Plakat der PdA Bern für die Stadtratswahlen vom 27. November 2016

Listenverbindung unter den Mitgliedern der freien Fraktion
Die AL, die PdA und die GPB-DA, welche im heutigen Berner Stadtrat zusammen die «Freie Fraktion» bilden, haben heute bei der Stadtkanzlei ihre Listenverbindung für die Stadtratswahlen vom 27. November 2016 eingereicht. Ziel der Listenverbindung ist es, die nötige Fraktionsstärke für die kommenden vier Jahre zu sichern und wenn möglich auszubauen. Nur eine gestärkte, vom Gemeinderat und seinen Parteien unabhängige linke und grüne Opposition kann dazu beitragen, dem ständigen Bedeutungsverlust des  Stadtrates entgegenzuwirken. Dazu ist eine kritische Mitarbeit in den parlamentarischen Kommissionen sehr wichtig.

Die Sitze im Stadtrat werden zuerst nach der Anzahl Listenstimmen auf die verschiedenen Parteien verteilt. Deshalb unterstützen Sie unsere Kandidierenden am wirksamsten, wenn Sie die vorgedruckte, unveränderte Wahlliste 18 Partei der Arbeit (PdA) einlegen! Das Hinzufügen von Namen aus anderen Listen (=Panaschieren) schwächt unsere Liste.

Wenn Sie einen amtlichen (leeren) Wahlzettel benutzen, bitte „Liste 18 Partei der Arbeit“ in den Listenkopf schreiben.

Parolen zu Gemeinderat u. Stadtpräsidium
Die PdA Bern unterstützt Franziska Teuscher (GB) bei der Wahl fürs Stadtpräsidium und für den Gemeinderat und empfiehlt, auch Ursula Wyss (SP) und Michael Aebersold (SP) auf den Wahlzettel für die Gemeinderatswahlen zu schreiben, um die Wahl von Alec von Graffenried zu verhindern!


„KAPITALISMUS ODER KLASSENKAMPF“. DIE SP WILL KEINE REVOLUTION DER WIRTSCHAFTSORDNUNG- DIE PDA FORDERT EINEN RADIKALEN WECHSEL

Medienmitteilung der Partei der Arbeit Bern zur Sendung „Arena“ vom 18.11.2016:

Im Schweizer Fernsehen SRF wurde in der Sendung Arena diskutiert, welches die Rezepte der Linken gegen den Rechtsrutsch in Europa und in den USA seien. Mehr soziale Gerechtigkeit, sagt Christian Levrat, Präsident der SP und Ständerat für den Kanton Fribourg und wehrt sich gleichzeitig dezidiert gegen die Aussage, die SP sei für eine Revolution. Das neue Positionspapier, das eine demokratische Wirtschaft vorschlägt, sei auf keinen Fall sozialistisch oder kommunistisch. Es sei sozial-demokratisch. Die SP will umverteilen, fordert unter anderem (nicht un-) „anständige Löhne“.

Die PdA sagt: Es stimmt, die SP ist nicht sozialistisch! Die SP stellt sich im Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital nicht klar auf die eine oder die andere Seite. Die SP gibt selber zu, dass sie die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht mehr als Wählerinnen und Wähler zurückholen könne.

Die PdA ist die Partei der Arbeit, die Partei für den radikalen Wechsel! Sie ist die einzige Partei in der Schweiz, die sich ihrem Programm zu einem revolutionären Wechsel bekennt, im Sinne einer grundlegenden, revolutionären Veränderung der Wirtschaftsordnung! Die PdA strebt eine egalitäre, klassenlose Gesellschaft an, in der alle Menschen gleichwertig sind. Die Demokratisierung der kapitalistischen Wirtschaft, wie sie die SP fordert, ist eine Illusion, weil sie den Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Staat, Gesellschaft und Kultur als zusammengehörende Elemente eines kapitalistischen Systems verkennt.

Die SP politisiert an ihrer Basis vorbei, weil sie bereit ist, unverzeihliche Kompromisse mit den Bürgerlichen bzw. dem Kapital einzugehen (wie beispielsweise die Privatisierung des öffentlichen Gesundheitswesens). Dies ist der Grund, weshalb sie nicht diejenigen anspricht, die durch die „Globalisierung“ (den durch den Neoliberalismus geforderten Abbau des Sozialstaates) unter Druck geraten und ganz konkret befürchten müssen, ihre existenziellen Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können. Die SP ist eine Partei des Bildungsbürgertums (der Lehrerinnen und Lehrer, der Beamtinnen und Beamten, der Hochschulabsolventen). Ihre Grundhaltung ist viel zu häufig elitär, weshalb die Forderung auf Umverteilung des Reichtums zu einer gut gemeinten karitativen Geste verkümmert.

Geehrte Frau Gössi, geehrter Herr Jaeger, geehrter Herr Levrat, geehrter Herr Strahm, geehrter Herr Scherr. Keine Angst, im Arena Studio war nur ein einziger Marxist anwesend: der berner Rapper Tommy Vercetti, alias Simon Küffer, der bei den Stadtratswahlen in Bern für die Liste 18 kandidiert. Während alle so sprachen, als bestünde die Schweiz nur aus Mittelstand, die KMU besitzen, brachte er als einziger einen Perspektivenwechsel in die Diskussion: Der Klassenkampf wird schon lange geführt, und zwar von oben gegen unten. Die Bürgerlichen sind durchaus für Verstaatlichung, wenn es darum geht, ihre Interessen zu retten (Rettung der UBS durch Steuergelder des Volkes).

Gegen den Rechtsrutsch sollten die gemeinsamen Rezepte aller Linken sein:
– Einstehen für eine neue Wirtschaftsordnung, weg vom Kapitalismus
– Verwirklichung einer egalitären Gesellschaft
– Aufhebung patriarchaler Strukturen: die Linke ist feministisch!
– Soziale Gerechtigkeit durch kollektive Verwaltung der Ressourcen
– Befriedigung der materiellen Bedürfnisse aller Menschen
– Schaffung einer weltweiten, solidarischen Bewegung gegen das Kapital
– Gegen Nationalismus, gegen Kriege, für den Frieden unter den Völkern

Liebe SP, keine Angst, hör die Signale:
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!


DIE STADT BERN SOLL EINE ZUFLUCHTSSTADT WERDEN UND SICH DEM EUROPÄISCHEN NETZWERK ANSCHLIESSEN

Stadtratsitzung
Dringliches Postulat Freie Fraktion AL/GPB-DA/PdA+ (Daniel Egloff, PdA und Mess Barry, parteilos):

Seit zwei Jahren dominiert die Migrationsthematik die Wahrnehmung vieler Menschen. Europa ist mit der grössten Fluchtbewegung seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert. Dabei stellt sich klar heraus, dass der Konkurrenzkampf zwischen den Ländern nun ihre dunkelste Seite zeigt und somit die Länder Europas keine solidarische Lösung finden. Im Gegenteil: Immer mehr Mittel werden eingesetzt um zu verhindern, dass Flüchtende überhaupt bis nach Europa bzw. ins Land kommen, oder um die Menschen wieder zurück in ein Nachbarland zu schaffen. Tausende von Menschen sterben auf dem Weg nach Europa. Auch die Schweiz hat in den letzten Jahren ihren Umgang mit Geflüchteten immer mehr verhärtet und in den letzten Monaten die Grenzkontrollen verschärft, so dass immer mehr Menschen ohne Asylverfahren über die nächste Grenze ausgeschafft werden. Auch ist die Schweiz das Land, welches am meisten Menschen nach Italien zurückschafft, obwohl bekannt ist, dass Italien mit der aktuellen Situation überfordert ist und dort viele Geflüchtete nicht angemessen versorgt werden und z.T. auf der Strasse leben.

Weil auf nationalstaatlicher Ebene keine Lösungen gefunden werden konnten bzw. die Staaten wie oben beschrieben mit Repression statt mit Menschlichkeit auf die Situation reagieren, haben sich einige Städte vor allem in Spanien (Barcelona, Madrid, Coruña, etc.), aber auch anderswo (Paris, Lesbos, Lampedusa) zusammengetan, um solidarisch nach Lösungen zu suchen und eine sichere Zuflucht zu bieten. In der Schweiz hat zuletzt Lausanne beschlossen, diesem Netzwerk beizutreten.

Auch in Bern hat das Thema die Menschen nicht unberührt gelassen. So engagieren sich hier viele Menschen in solidarischen Gruppen, um die Geflüchteten auf ihrem Weg zu unterstützen mit der Forderung nach sicherer Zuflucht. Und das Engagement der Bevölkerung zur Unterstützung von Geflüchteten z.B. bei der Asylunterkunft Zieglerspital ist riesig, und häufig hat es mehr Freiwillige, als es Arbeit hat, so dass lange Wartelisten geführt werden.
Im Stadtrat wurden in der letzten Zeit schon einige Vorstösse zum Thema Geflüchtete eingereicht und alle, die behandelt wurden, wurden auch angenommen. Z.B. hat die Stadt Bern sich entschieden, 350 Geflüchtete direkt aufzunehmen. Der vorliegende Vorstoss soll auch die Möglichkeit bieten, die bisherigen Vorstösse in einen konzeptuellen Rahmen zu giessen, wie dies z.B. Barcelona getan hat.

Bern, als offene, tolerante und solidarische Stadt, sollte Mut zeigen und sich gegen die nationalistische Tendenz in Europa stellen und den andern fortschrittlichen Städten folgen und folgende Massnahmen ergreifen, wie es die Stadt Lausanne schon anfangs dieses Jahres entschieden hat:

– Die Stadt Bern erklärt sich zur „Zufluchtsstadt“ und schliesst sich dem Netzwerk in Europa an, welches durch die Städte Madrid und Barcelona gegründet wurde;

– Sie nimmt direkt mit dem Staatssekretariat für Migration Kontakt auf, um zu erklären, dass die Stadt Bern bereit ist, mindestens 1500 Geflüchtete zusätzlich aufzunehmen, Geflüchtete, welche an der Tür zu Europa auf Zuflucht warten. Dafür eröffnet die Stadt Bern weitere Unterkünfte unter ihrer Aufsicht bzw. organisiert die Unterbringung von Geflüchteten bei Privatpersonen, welche sich dazu bereit erklären;

– Sie trifft alle erforderlichen Massnahmen für einen angemessene Unterstützung für die Geflüchtete (Versorgung und Unterbringung, Sprachkurse, etc) und dies mit der aktiven Unterstützung der Stadt Berner Bevölkerung;

– Sie erklärt, dass angesichts der aktuellen Migrationskrise und der sich daraus ergebenden humanitären Notsituationen, die lokalen Behörden ihre Unterstützung bei der Durchführung von Ausschaffungsverfahren von MigrantInnen und auch sonstigen Zwangsmassnahmen gegen MigrantInnen im Gebiet der Stadt verweigern.

Begründung der Dringlichkeit: Jeder Tag, der verstreicht ohne dass reagiert wird, kostet Menschenleben. Dieser Vorstoss kann nicht ein bis zwei Jahre warten, bis er behandelt wird. pdf