SCHLUSS MIT DEN HINTERHÄLTIGEN ANGRIFFEN AUF DIE BERNER REITSCHULE!

Ausblick auf eine kommende Debatte im Berner Stadtrat zum Leistungsvertrag zwischen der Stadt Bern und der Reitschule

Es ist nicht mehr länger zu verheimlichen: Wir haben ein echtes Sicherheitsproblem in Bern, genauer: ein Sicherheitsdirektorenproblem! Seit einigen Monaten lassen gewisse Kreise nichts unversucht, um die Stimmung hier in Bern anzuheizen. Und wenn die Verteufelung von Fanwalks nicht zu den erwünschten handgreiflichen Resultaten führt und wenn die polizeiliche Besetzung der Stadt Bern als Begleitprogramm zu einem „Familienfest“ zwar alle provoziert, aber keine „Chaoten“ produziert, dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit, ein Spezialkommando von zivilen Provokateuren die Drecksarbeit verrichten zu lassen. Hauptsache: ein paar wenige ehrliche und halt noch bedeutend mehr unehrliche Reitschul-Gegner dürfen nach dem Drehbuch des Sicherheitsdirektors im Berner Stadtrat demnächst ein „Zeichen“ setzen. 

Der Berner Sicherheitsdirektor ist auf dem besten Weg, sich zum Propheten zu mausern: Seine martialischen Worte und noch martialischeren Handlungen haben klar das Potential einer „self-fulfilling prophecy“, einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Wer noch im kürzesten Interview locker „Chaoten“, „Kriminelle“ und „Saubannerzüge“ unterbringt, redet eine Situation heiss, die alle Beteiligten unter Stress setzt – nicht zuletzt die polizeilichen Einsatzkräfte, welchen so ein verhängnisvolles Feindbild geboten wird. Ausgrenzung, Kriminalisierung, Entmenschlichung: all das hat im Wortschatz eines Verantwortung tragenden Politikers nichts zu suchen – auch nicht in dem eines Sicherheitsdirektors.

Bei einem Teil des Stadtrats ist die giftige Saat schon aufgegangen – und wie schnell ist sie aufgegangen! Noch vor jeglicher Ab- und Aufklärung der Ereignisse vom 22. September 2011. Und wenn da die teilweise Schliessung des Restaurationsbetriebs in der Reitschule gefordert wird, muss man sich wirklich zuerst einmal die Augen reiben. Muss man das psychologisch interpretieren: als Übersprungshandlung? Dreschen die da auf den Sack ein und meinen den Esel? Aber leider hat es Kalkül, wenn auch hintersinniges und hinterlistiges! So nimmt man die Reitschule in die Zange: Einerseits wird da am Leistungsvertrag zwischen der Stadt Bern und der Reitschule gesägt, andererseits soll der Reitschule mit dem Beizenbetrieb ein Standbein weggeschlagen werden, das nicht nur finanziell von Bedeutung ist. Da wird zum Generalangriff geblasen. Das ist raffiniert und von langer Hand eingefädelt. Und heute würde es mir nicht mehr in den Sinn kommen den Sprecher der Fraktion BDP/CVP als unwissenden Erfüllungsgehilfen der Hardliner zu taxieren. Denn sie alle wissen genau, was sie tun!

Die Partei der Arbeit Bern setzt sich im Stadtrat für den neuerlichen Abschluss des Leistungsvertrags zwischen der Stadt Bern und der Reitschule ein. Im Hinblick auf die polizeilichen Übergriffe vom 22. September 2011 fordern wir eine vollständige Aufklärung. Wer für diesen Angriff auf die Reitschule operativ und politisch verantwortlich ist, soll diese Verantwortung gefälligst auch tragen – und die Konsequenzen!

Rolf Zbinden, Stadtrat PdA Bern pdf